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Gedanken zur neuen om system pen

OM DIGITAL SOLUTIONS hat heute, am 09. September 2026, eine neue Kamera vorgestellt und es ist keine OM-1 Mark III oder PenF Mark II geworden, auch keine OM-10, wie viele sicher erwartet hätten, sondern eine neue PEN, was aus meiner Sicht eine sehr gute Entscheidung war.

Diese Kamera entspricht exakt dem Trend, den man bei jungen Fotografinnen und Fotografen beobachten kann, die sich nämlich nicht mehr wie die meisten alten Hasen und Häsinnen unter uns mit möglichst viel und schwerem Equipment abschleppen wollen, sondern Fotografie als einen kreativen Prozess verstehen, bei dem mehr Equipment oft nicht zu besseren Fotos führt, sondern eher als Belastung empfunden wird und dann manchmal so gar keine rechte Freude mehr beim Fotografieren aufkommen lässt.

Der Trend geht eindeutig zu leichteren, kompakteren Kameras, die neben dem Smartphone, das bei der Jugend Fotoapparat Nr.1 ist, weil ständig dabei, Möglichkeiten bietet, die ein Smartphone einach nicht bieten kann.

Da wäre an erster Stelle die weit bessere Bildqualität, die mit Smartphones, so gut sie auch sein mögen, einfach nicht erreicht werden kann, sobald man sich die Fotos auch einmal größer als auf dem Smartphone selbst ansehen möchte, oder großformatige Vergrößerungen für daheim, oder vielleicht sogar für Ausstellungen haben möchte. Besonders wenn das Licht einmal schlecht ist, oder man in der Dämmerung oder bei Nacht fotografiert, kommen die Schwächen der mikrigen Smartphone Sensoren zum Vorschein. Die mittlerweile bemerkenswert gute Bildbearbeitung in den Smartphones kann Makel in der Originalaufnahme zwar lindern, aber was nicht da ist, kann auch nicht herbeigezaubert werden. Da hilft auch die beste Software nichts. Mir persönlich graut vor solchen Aufnahmen.

Außerdem machen die vollautomatisch, mittels KI und sonstiger computational photography generierten Buntbildchen eines Smartphones irgendwann keinen Spaß mehr, nämlich dann, wenn man selbst kreativ werden möchte. Smartphones haben dafür spezielle Programme, um z.B. einen unscharfen Hintergund zu simulieren, Farbeffekte und Filmlooks zu erzeugen, aber das sind nur Effekte, die mit Fotografie so gut wie nichts mehr zu tun haben und einfach per Klick entstehen, ohne dass man als Fotograf oder Fotografin selbst etwas dazu beitragen kann. Man muss die Ergebnisse so nehmen wie sie sind, oder die Bilder werden halt einfach wieder gelöscht. Das Ganze hat mit Fotografie im klassischen Sinne aber so gut wie nichts zu tun.

Junge Fotografinnen und Fotografen entdecken die Fotografie immer mehr als kreativen Prozess, probieren herum, experimentieren mit Kameraeinstellungen, kreiren Looks, die Bildern einen besonderen Reiz verleihen sollen. Es ist die Auseinandersetzung mit dem Medium, sie wollen eigene Werke schaffen, ihre Kreativität ausleben und ihre Bilder mit Gleichgesinnten teilen. Ist das nicht schön? Unsere Jugend entdeckt die Fotografie gerade neu und wendet sich teilweise vom Smartphone ab. 

Was man auch erkennen kann, ist die Tatsache, dass sich Leute und da zähle ich mich selbst auch dazu, sich nicht mehr mit Fotoequipment abschleppen wollen, auch wenn unsere OM SYSTEM Kameras und Objektive zu den kompaktesten und leichtesten auf dem Markt gehören, schon gar nicht im Urlaub, den man ja eigentlich genießen will.

Wenn ich mit meiner Familie in den Bergen unterwegs war habe ich mich schon öfter gefragt, warum ich mir die Schlepperei eigentlich noch antue. Oft bin ich nämlich draufgekommen, dass ich die meisten Fotos ohnehin nur mit einem Objektiv gemacht habe und den Rest an Ausrüstung eigentlich unnötig als Ballast dabei hatte. Man kann das auch als gleichzeitiges Workout sehen, aber mit den Jahren wird das Ganze auch ein wenig anstrengender, aber das nur nebenbei….

Was macht die neue PEN jetzt so besonders?

An dieser Stelle möchte ich auf ein paar der technischen Details der neuen PEN eingehen, aber ich möchte nicht die Specs, die ihr sicher schon an anderer Stelle gesehen habt und die vielen Reviews, die im Netz kursieren, wiederholen. Davon gibt wirklich genügend und die sind auch zumeist gut.

Ich möchte die neue PEN aus Fotografensicht beleuchten und ihre Vorzüge anhand meiner eigenen Überlegungen vermitteln.

Der Kamerabody

Der Kamerabody der neuen PEN entspricht genau dem, was ich mir unter einer kompakten Kamera mit Wechselobjektiv vorstelle. Sie ist klein, leicht, kann überall mitgenommen werden, ist zudem erstmals bei einer PEN staub- und spritzwassergeschützt, hat jetzt auch den wesentlich schnelleren und für bewegte Motive geeigneten Phasen AF und was mir vor allem gefällt, sie hat einen eingebauten Sucher (EVF), der noch dazu links am Gehäuse sitzt.

Genau dieser Sucher hat es mir irgendwie angetan und ich liebe ihn seit jeher bei meiner PenF. Ein links sitzender Sucher hat den Vorteil (zugegeben nur für Leute die mit dem rechten Auge durch den Sucher blicken), dass man mit dem linken Auge die Umgebung beobachten kann, während man mit dem rechten Auge durch den Sucher blickt. Das ist besonders in der Street- und Reportagefotografie ein wesentlicher Vorteil, den ich nicht missen möchte.

Durch den sehr kleinen Kamerabody fällt man in der Menge kaum auf und kann völlig ungestört fotografieren, ohne dass sich andere Leute dadurch belästigt fühlen, oder aufmerksam werden. Man sieht gerade einmal das Objektiv aus der Hand heraus, der Body bleibt fast zur Gänze verdeckt. Nicht umsonst hat die Leica M in der Streetfotografie und Reportagefotografie Geschichte geschrieben. Die alte PenF und jetzt die mit neuester Technik ausgestattete OM SYSTEM PEN schlägt genau in diese Kerbe, nur zu einem Preis, den sich auch Normalsterbliche leisten können. ich kenne außerdem einige Leica Fotograf:innen, die zwar eine Leica ihr Eigen nennen, sich damit aber nicht rausgehen trauen, weil sie Angst haben, überfallen zu werden. Durch Youtube und Co. wissen heute auch alle Diebe, was die Kameras wert sind, also ist die Angst vielleicht gar nicht so unberechtigt. Aber mal ehrlich, wollt Ihr mit einer Kamera herumgehen und Euch ständig umschauen, ob Euch jemand beobachtet und die Kamera vielleicht stehlen möchte? Also für mich wäre das nichts…

die objektive

Ein Kamerasystem steht und fällt mit seinen Objektiven und da sind wir OM SYSTEM Fotografen und Fotografinnen so richtig verwöhnt, da wir aus einer Unmenge an sehr guten Objektiven genau die Richtigen für unsere Zwecke auswählen können. Es gibt sowohl günstige Objektive für den Einstieg ins System, es gibt extrem gute und kompakte Festbrennweiten und es gibt herausragende Zoom Objektive, die es teilweise bei keinem anderen Hersteller gibt. Außerdem gibt es mittlerweile auch interessante Objektive von Fremdherstellern, die das Objektivportfolio von OM SYSTEM ergänzen.

Die neue PEN kann mit allen MFT Objektiven, die jemals gebaut wurden, oder noch gebaut werden!!!

Besonders bei der PEN wird man aber in erster Linie zu den kompakten Festbrennweiten oder kleineren Zoom Objektiven greifen, die perfekt zu dieser Kamera passen. Ich verwende z.B. sehr gerne das 12mm f2.0, das 17mm f1.8, das 25mm f1.8, das 45mm f1.8 und das 75mm f1.8 mit meiner PenF. Diese Kombination ist alles was man jemals für die Alltagsfotografie benötigt. Wenn ich möglichst wenig mitnehmen möchte, verwende ich sehr gerne ausschließlich das 25mm f1.8, oder das 17er f1.8. 

Eine sehr gute Kombination wäre z.B. auch das 12-45mm f4.0 Pro zusammen mit einem 40-150mm f4.0 Pro, wenn man flexibler sein möchte, oder man kombiniert das 12-45er f4.0 Pro mit einem 75mm f1.8. So hat man mit 2 sehr kompakten Objektiven bereits alles, was man braucht. Ich erinnere mich da immer an meine Analogzeit, wo man mit 3 Objektiven, nämlich 28mm, 50mm und 135mm alles fotografiert hat. Damals ging das auch und warum kann man nicht einfach ein paar Schritte zum Motiv gehen oder davon weg, wenn man den Bildausschnitt anders gestalten will? Das gute alte „Fußzoom“ funktioniert auch heute noch und mit ein wenig Übung weiß ich genau, wo ich z.B. mit dem 25er stehen muss, um einen bestimmten Bildausschnitt zu bekommen, ohne vorher durch den Sucher gesehen zu haben. Durch die hohe Lichtstärke der Festbrennweiten hat man auch mehr Gestaltungsspielraum mit der Schärfentiefe, als bei Zoom Objektiven, die etwas lichtschwächer sind. 

Werde ich mir die neue PEN kaufen?

Die Antwort lautet JA, definitiv, denn ich habe lange auf einen Nachfolger meiner geliebten PenF gewartet, die halt mittlerweile doch in die Jahre gekommen ist und technisch, was das Rauschverhalten und den Autofokus betrifft, nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist, obwohl sie auch heute noch sehr gute Aufnahmen ermöglicht.

Die neue OM SYSTEM PEN wurde zwar nicht als direkte Nachfolgerin der PenF konzipiert, aber sie enhält alles, was ich mir von einer solchen Nachfolgerin erwarten würde und deshalb ist die Entscheidung für die neue PEN für mich sehr einfach. 

Ich werde sie als kompakte Zweitkamera verwenden, wenn ich mit meiner OM-1 Mark II unterwegs bin und werde ausschließlich mit ihr fotografieren, wenn ich einmal wirklich kompakt, leicht und diskret unterwegs sein möchte. Für mich ist die PEN die perfekte Ergänzung für mein OM SYSTEM Kamerasystem und es könnte sogar sein, dass ich damit öfter unterwegs sein werde, als mit der großen Schwester….

Wofür sie natürlich nicht geeignet ist, das sind Motive wie Tiere in freier Natur und ähnliche Motive, wo die langen Brennweiten zum Einsatz kommen, das ist ganz klar die Domäne der OM-1 Mark II, aber dafür ist die neue PEN auch nicht gedacht.

Warum heißt die Kamera eigentlich PEN?

Der Name PEN steht seit jeher bei OLYMPUS und jetzt OM SYSTEM für die Alltagskamera, den Stift, den man immer dabei hat, um Notizen zu machen, im Fall der PEN eben fotografische Notizen. Notizen, die unseren Alltag dokumentieren für kommende Generationen. In diesem Sinne, geht raus und fotografiert, denn wir kommen und gehen wieder, aber unsere Erinnerungen in Form von Fotos bleiben…

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Karl Grabherr
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