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WHY GEAR DOESN’T MATTER – Warum es nicht auf die Fotoausrüstung ankommt


Ich hatte seit langem wieder einmal eine mehr oder weniger müßige  Diskussion betreffend Kameraequipment und fühle mich jetzt danach, ein wenig darüber zu schreiben und ein sehr treffendes Video eines Kollegen zu teilen.

Ich finde solche Diskussionen völlig unsinnig, denn im Endeffekt zählt nur, was nach dem Fotografieren herauskommt, gleichgültig, ob das Foto mit einem Smartphone oder einer Mittelformat HighEnd Digitalkamera gemacht wurde. Es kommt in erster Linie auf den Inhalt eines Fotos an und ob es den Betrachter in irgendeiner Weise fesselt und ihn dadurch dazu bringt, sich länger als ein Augenzwinkern damit zu befassen.

Um Einwürfe gleich vorweg zu nehmen – in der Auftragsfotografie zählen natürlich andere Kriterien und in der Regel wählt ein Profi dann das Equipment, das genau für den zu erledigenden Job das geeignetste ist. Oft werden die Gerätschaften dann auch angemietet.

In unserer mehr und mehr schnelllebigen Zeit ist es geradezu eine Auszeichnung wenn man Freunden seine Fotos auf einem Smartphone oder Tablet zeigt und der Blick beim schnellen Drüberwischen über die Fotos bei manchen Bildern länger hängenbleibt.

Woran liegt es, dass die Leute über die Bilder nur drüberwischen, anstatt sie länger zu betrachten? Nun, ich denke, es liegt in erster Linie daran, dass die Fotos sehr oft nichts Besonderes zeigen. Sie sind austauschbar, oft ohne wirklichen Inhalt und daran kann die beste Fotoausrüstung nichts ändern. Das Ziel sollte also sein, sich mehr mit dem Motiv zu beschäftigen, verschiedene Kamerapositionen und weitere Gestaltungsmittel der Bildgestaltung anzuwenden um Spannung und Aussagekraft zu erzeugen. Das kann man einerseits lernen, wenn man sich mit den Regeln der Bildgestaltung befasst, andererseits muss man es aber auch schon ein wenig in den Genen haben, damit man die Regeln dann gekonnt auch einmal bricht, um ein Foto einmal mehr zu etwas Besonderem zu machen.

Mir wird manchmal meine Affinität zum Olympus System vorgeworfen und erklärt, dass es doch viel besseres Equipment gibt (mit größeren Sensoren – ein Hauptargument). Nun ja, mag sein, aber für mich passt es einfach und ich bin damit zufrieden. Auch meine Kunden sind zufrieden, also warum sollte ich daran etwas ändern? Wenn es einmal ein Auftrag erfordert, miete ich mir das entsprechende Equipment an, falls ich einmal zum Schluss komme, dass ich mit meinem System den Auftrag nicht erfüllen kann, oder der Kunde auf Mittelformat besteht. Das ist aber bisher nur sehr selten der Fall gewesen, besonders dann, wenn ich die Kosten für die Miete und den zeitlichen Mehraufwand für die Bildbearbeitung der viel größeren Dateien aus der Mittelformatkamera weiterverrechnen wollte.

Wenn mich jemand fragt, welches Kamerasystem er/sie sich kaufen soll, ist meine Antwort immer, dass es von allen Herstellern gute Kameras gibt, und dass es nur darauf ankommt, was ihm/ihr persönlich gefällt und zusagt. Was ich in den letzten paar Jahren aber auch dazusage ist, dass es nach Möglichkeit neben dem Smartphone 😁 keine DSLR mit ihrem optischen Sucher mehr sein sollte, da diese Systeme über kurz oder lang den Markt verlassen werden, zumindest im Amateursektor und das Geld dann schlecht angelegt wäre. Einerseits wäre man irgendwann nicht mehr zufrieden, weil die spiegellosen Systeme eindeutige Vorteile haben gegenüber klassischen DSLRs, sei es aufgrund des elektronischen Suchers, der ein direktes Feedback vor der Aufnahme ermöglicht oder wegen dem eindeutigen Gewichtsvorteil und andererseits könnte man in absehbarer Zeit sein DSLR Equipment nicht mehr zu reellen Preisen verkaufen, weil es dann niemanden mehr interessiert. Ich denke, dass ich da mit meiner Meinung nicht so falsch liege. Wenn ich also spiegellose Systeme empfehle, dann nicht weil ich Olympus verwende, denn es gibt auch andere hervorragende spiegellose Systemkameras und Objektive von Sony, Fuji, Panasonic, um nur die mainplayer zu nennen, sondern weil sich das Rad der Zeit einfach weiterdreht und es heute Kamerakonzepte gibt, die die alte Technik einfach ablösen werden.

Natürlich freue ich mich, wenn jemand auch Olympus verwendet wie ich, aber andere Mütter haben auch schöne Töchter und wie gesagt, es kommt mehr darauf an, was man mit seinem Fotoapparat anstellt, als darauf, was vorne draufsteht 😁

In diesem Sinne möchte ich hier noch das versprochene Video teilen. Viel Spaß!