Dieses Mal möchte ich ein kleines Bearbeitungsbeispiel aus Capture One Pro 11 zeigen und ein paar Dinge zur Entstehung dieses Fotos erzählen.

Die Aufnahme habe ich im Herbst 2017 am Zingster Strand an der Ostsee gemacht. Zum Einsatz kam meine Olympus E-M1 Mark II mit dem MZuiko ED 12-40mm f2.8 Pro und ein LEE ND Filter (Big Stopper), der 10 Blenden schluckt. Die Aufnahme wurde bei 19mm Brennweite mit 15 Sekunden Belichtungszeit bei Blende 8 und ISO200 vom Stativ aus gemacht. Den Weißabgleich habe ich eigentlich immer auf WB-Auto stehen, da ich diesen meistens in Capture One noch nach Geschmack einstelle. Bei der Aufnahme geht es mir in erster Linie um die korrekte Belichtung meiner RAW-Datei, wobei ich in diesem Fall mit der Spotmessung der E-M1 Mark II auf den Himmel gemessen habe und die Belichtung nach rechts verschoben habe, aber so, dass es zu keiner Überbelichtung kam.

Hier die Originalaufnahme nach Import in Capture One Pro 11:

Das Histogramm der Originalaufnahme sieht so aus:

Mit Belichtungsautomatik ohne Korrektur wäre das Bild übrigens wesentlich dunkler geworden und würde anschließend zu rauschen beginnen, wenn man es in der RAW-Bearbeitung stärker aufhellen muss)

Im nächsten Schritt habe ich mich für einen Bildausschnitt im 3:2 Format entschieden und habe ihn noch ein wenig optimiert. Außerdem habe ich den Horizont noch exakt gerade gestellt:

Danach folgte die Einstellung des Weißabgleichs, wie gesagt nach Geschmack:

Anschließend habe ich die Belichtung noch ein wenig angehoben (ca. +1/3 EV Stufe), die Sättigung erhöht, mit dem Klarheitregler mehr Kontrast ins Bild gebracht (mein Lieblingsregler bei Landschaft und Architektur) und noch eine kleine Feinabstimmung mittels Tonwertkorrektur vorgenommen.

Die Werte für Schärfung und Entrauschung bleiben in Capture One von mir unangetastet, da sie aufgrund der Abstimmung von C1 auf die jeweilige Kamera bereits perfekt sind (aus meiner subjektiven Sicht).

Entwickelt wurde anschließend im TIFF-Format mit 16bit und sRGB Profil (wegen der Weiterverwendung im Internet). Danach habe ich das Foto in Adobe Photoshop noch gepimpt, indem ich ein paar störende Details im Sand weggenommen habe. Anschließend wurde das Bild auf 8bit und 1200px lange Kante heruntergerechnet, ein wenig nachgeschärft wegen dem leichten Schärfeverlust durch die Verkleinerung und als JPEG mit Stufe 10 gespeichert. Und hier ist das Ergebnis:

Fazit:

Grundsätzlich gehe ich, wie man sehen konnte, mit meinen Bildern sehr schonend vor und bearbeite möglichst wenig. Wichtigste Voraussetzung dafür sind aber bereits perfekt belichtete RAWs aus der Kamera.

In diesem Sinne wünsche ich Euch Gut Licht!

Bis zum nächsten Mal

Euer Karl