E-M1X im Fußball-Profieinsatz

Am 21. März 2019 fand das EM 2020 Qualifikationsspiel Österreich vs. Polen im Wiener Ernst Happel Stadion statt, bei dem ich zusammen mit Guenter Artinger, einem Freund und langjährig gedientem Haudegen der Sportfotografie mit der Olympus E-M1X dabei war.

Während Guenter auftragsmäßig fotografierte, noch vor Ende der ersten Halbzeit die ersten Fotos an seine Agentur schicken musste und damit natürlich an das JPG Format gebunden war, hatte ich im Gegensatz dazu die Möglichkeit, im RAW-Format zu fotografieren und meine Fotos in aller Ruhe auszuwählen und in Lightroom zu entwickeln (leider unterstützt mein bevorzugter RAW-Konverter Capture One Pro die E-M1X noch nicht, das kann aber nicht mehr allzu lange dauern).

Da das Spiel am Abend bei Flutlicht ausgetragen wurde, fotografierte ich mit ISO 3200 bis 5000 und Blende 4 um zu einer kurzen Verschlusszeit zu kommen, mit der die Spieler und der Ball ohne Bewegungsunschärfe eingefangen werden konnten. Die Belichtung habe ich mittels Spotmessung ohne Korrektur auf den Rasen festgelegt.

Das Rauschen fällt klarerweise etwas stärker aus, als bei Vollformatkameras, lässt sich aber im RAW-Konverter sehr gut behandeln und es tritt vor allem keinerlei Farbrauschen auf. Wenn man sich die „Kornstruktur“ etwas näher ansieht, wirkt es fast schon analog, wobei die E-M1X trotz hoher ISO Einstellung ihre hervorragende Detailzeichnung beibehalten kann. So erhält man sehr gutes Ausgangsmaterial für die RAW-Bearbeitung und bei den im Pressebereich üblichen Printgrößen gibt es an der Bildqualität überhaupt keinen Grund zu meckern.

Was einem als Sportfotograf mit der E-M1X oder auch E-M1 Mark II samt Pro-Objektiven erspart bleibt, ist die elendige Schlepperei und das Gebundensein an ein Einbeinstativ. Mit der Olympus kann man das ganze Spiel über mit dem 300er Pro oder 40-150er Pro aus der Hand problemlos fotografieren, ohne dass es zur Last wird und kann auf Richtungswechsel wesentlich schneller reagieren. Der extrem schnelle und zuverlässige Autofokus der E-M1X ist eine wahre Freude und man kann sich voll und ganz auf actiongeladene Spielszenen konzentrieren. Übrigens habe ich die meisten Aufnahmen im C-AF Modus (ohne Tracking) mit einem mittigen AF-Feld gemacht und musste die C-AF Empfindlichkeit sogar auf „0“ einstellen, da der AF mit höherer Empfindlichkeit teilweise schon zu schnell war. Bei der E-M1 Mark II muss man im Vergleich etwa +1 bis +2 bei der C-AF Empfindlichkeit einstellen, damit der Autofokus vergleichbar gut mitkommt. Bei der E-M1X spürt man richtig die Power, die in den beiden TruePic VIII Prozessoren steckt.

Hier eine kleine Auswahl an Fotos, die ich an diesem Fußballabend gemacht habe:

Fotos in voller Auflösung gibt es HIER:

Die Leica-Geschichte – Assoziationen mit mFT

Heute möchte ich einen wunderbaren Film über die Geschichte der Leica mit Euch teilen.

Einige Passagen erinnern an aktuelle Diskussionen betreffend Vollformat vs. Micro Four Thirds . Vollformat, oder richtiger Weise das 35mm Kleinbildformat wurde anfangs von den meisten Fotografen belächelt, als die Urleica das Licht der Welt erblickte. Im Laufe der Jahre verdrängte das Kleinbildformat jedoch immer mehr die Kameras mit größeren Filmformaten, vor allem im Reportagebereich und als mobile Wegbegleiterin, mit wenigen Ausnahmen. Heute ist das 35mm Filmformat der Urleica Anlaß für undenliche Diskussionen rund um Sensorgrößen und scheinbar kann man nur mit „Vollformat-Kameras“ gute Fotos machen.

Vergleiche zwischen „Vollformat“ und mFT lassen Assoziationen mit der Leica Geschichte aufkommen….

mFT ist auf dem Vormarsch und wird aus meiner Sicht eine ähnliche Geschichte erleben, wie damals die Leica. Die kommenden Jahre werden uns zeigen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege.